Zitat von Albrecht Dürer:
«Item wer ein Moler will werden, der muß van Natür dorzu geschick sein. Item die Kunst des Malens würd baß durch Lieb und Lust gelernt dann durch Zwang. Item aus welchem ein großer künstreicher Moler soll werden, der muß ganz van Jugend auf darbei er- zogen werden. Item er muß van guter Werkleut kunst erstlich viel abmachen, bis daß er ein freie Hand erlangt.»

 

Projekt Civitas Kencingin


Projekt "Civitas Kencingin"

in Zusammenarbeit mit Dr. Bertram Jenisch, Denkmalpflege - Regierungspräsidium Freiburg, Ref. 26 Denkmalpflege, 79083 Freiburg i. Breisgau

Projektzeit: 26.10.2011 bis 05.07.2013

Exemplare: 24 Federzeichnungen und Aquarelle, eine Urkundenreplik

Mittelalterliche Festungsstadt Kenzingen

Das "neue" Kenzingen erhielt 1249 das Stadtrecht. Es wurde etwa einen Kilometer westlich des gleichnamigen Dorfes auf einer grünen Wiese durch Rudolf II. von Üsenberg gegründet. Das kleine Flüsschen Elz, an der die neue Stadt liegen sollte, bot die Möglichkeit, die Stadtbefestigung mit einem Wassergraben zu umgeben. Am Ende des Mittelalters bestand die Befestigungsanlage aus einer inneren Stadtmauer mit zwei Stadttoren. Die Höhe der beiden 9,6 mal 9,6 Meter breiten Türme betrug inklusive Helmdach ca. 36 Meter. 

In dem bis zu 22 Meter breiten Zwinger hat sich ein innerer Graben befunden. Die Zwingmauer, dessen beide kleineren Tortürme vor den Stadttoren vorgelagert waren, hatte man an verschiedenen Stellen mit runden Schalentürmen versehen.
Noch heute prägt das Gesicht der Altstadt mit ihren Straßenzügen und Häusern das Stadtbild wie zur Zeit der Stadtrechtsurkunde von 1283. Laut dieser  Urkunde bekam jeder Bürger der ein Haus errichten wollte ein Grundstück von 30x50 Fuß (9,6 x 16 m). Die Traufe des Daches hatte zur Straßenseite hin zu zeigen. Für die Nutzung musste ein Zins an den Stadtherrn entrichtet werden.
Die aquarellierten  Federzeichnungen basieren auf der wissenschaftlichen Grundlage des archäologischen Stadtkatasters, den Dr. Bertram Jenisch von der Denkmalpflege erstellt hat. Auf dieser Basis wurde das mittelalterliche Stadtbild mittels eines Computers digitalisiert und ein 3D-Modell geschaffen. Daraus entstanden Vorlagen für die Rekonstruktionszeichnungen.


Entdeckungen während der Projektzeit

Am Ende des Mittelalters bestand die Befestigungsanlage der Stadt Kenzingen aus  einer inneren Stadtmauer mit zwei Stadttoren, einem inneren Graben und einer äußeren Stadtmauer, die den Zwinger darstellte.
Die Höhe der beiden 9,6 mal 9,6 Meter breiten Stadttore betrug inklusive Helmdach (12 m)  ca. 36 Meter.  Die Breite der Durchfahrt betrug 4 Meter und war 4,5 Meter hoch. Die Stadttore standen auf der Nord-Süd-Achse der Hauptstraße.  Das untere Tor stand an der Stelle der heutigen Bäckerei Bilharz, das obere Tor an der Stelle des heutigen Gasthauses Beller.
Im späteren Verlauf der Stadtentwicklung wurde eine zweite äußere Stadtmauer, die sogenannte Zwingmauer um die Stadt gebaut. In dem bis zu 22 Meter breiten Zwinger hat sich ein innerer Graben befunden. Der Zwinger ist wie auf einer Burg ein wichtiger Bestandteil der Befestigung. Aus diesem Grund hatte die Zwingmauer der Stadt Kenzingen eigene Tortürme, die den beiden Stadttoren vorgelagert waren.
In der St. Laurentius Kirche Kenzingen befindet sich ein Deckengemälde, das nach dem Umbau 1730 entstanden ist. Es zeigt den Stadtbrand von 1638. In diesem Bild ist der südliche Torturm des Zwingers zu erkennen. Er steht direkt an der "großen" Elz. Hinter diesem Turm sind die beiden Stadttore erkennbar.
Im blauen Geschichtsbuch der Stadt Kenzingen von 1999 sind auf den Seiten 94/95/96 drei verschiedene Pläne der Stadtbefestigung abgebildet. In diesen Plänen sind die Stadtmauer, die beiden Stadttore und die beiden Tortürme des Zwingers abgebildet.
Vermutlich gegen Ende des Mittelalters hatte man an verschiedenen Stellen in die Zwingmauer nachträglich runde Schalentürme eingebaut.  Den Beweis dafür haben Dr. Jenisch und ich bei einer Besichtigung im Keller eines Wohnhauses in der Mühlestraße erhalten.  Dort steht einer dieser Schalentürme, der bis heute erhalten geblieben ist. Der Befund beweist, das Mauerwerk des Turms und das der Stadtmauer sind nicht homogen. Der Durchmesser des Turms betrug ca. 4,5 Meter. Bis vor etwa 35 Jahren war er noch bis zum 1. OG erhalten.
Die Entdeckung, dass die Zwingmauer runde Schalentürme und eigene kleinere Tortürme besaß, ist ebenso wichtig, wie die Feststellung, dass die Seitenlängen der beiden Stadttore,  denen des Bergfrieds der Burg Kürnberg entsprechen.
Dies lässt den Schluss zu, dass der Bergfried der Burg Kürnberg eine Höhe von etwa 24 Metern gehabt haben könnte. Solch eine Höhe hätte eine Sichtweite über den südlichen Bergkamm des Kirnbergs zugelassen. Herannahende Feinde wären somit rechtzeitig gesichtet worden. Eine Schnittzeichnung in meiner Ausstellung soll dies bildlich darstellen.

 

Badische Zeitung 8.7.2013 "Rekonstruktionen des früheren Kenzingen"

"Grafisch und farbig wurde diese Kost in der Ausstellung "Civitas Kencingin" von Hans-Jürgen van Akkeren geboten. Detailreiche Rekonstruktionen des früheren Kenzingen und der Ruinen drum herum hat er in den Fluren der AWO ausgestellt. Bertram Jenisch von der Denkmalpflege nannte Akkeren bei der Eröffnung der Ausstellung einen wichtigen Botschafter der Denkmalpflege vor Ort. Akkeren sei nicht nur ein begnadeter Künstler. Er arbeitet auch mit Computer-Entwürfen der historischen Stätten, welche die Grundlagen der zeichnerischen Rekonstruktionen sind und die Burg oder das Stadtbild wissenschaftlich fundiert aus verschiedenen Blickwinkeln erscheinen lassen."

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/kenzingen/fesselnde-kenzinger-stadtgeschichte--56210876.html

 

Aquarellierte Federzeichnungen aus der Serie "Civitas Kencingin"

Rathaus_Kenzingen_um1600
Rathaus Kenzingen mit südlichem Stadttor im 16. Jahrhundert

 

2013-06-22_Civitas_Kencingin_Blick_in_Hauptstrasse
Stadt Kenzingen im 16. Jahrhundert. Ansicht von Norden.

 

Franziskanerkloster_Kenzingen_17_Jh
Bild Franziskanerkloster Kenzingen um 1880
Erbaut 1648-62

 

Zisterzienserinnenkloster_Wonnental_vanAkkeren_nach_Lederle
Zisterzienserinnenkloster Wonnental in Kenzingen um 1880.

 

 

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